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Kanzem: Großer Kampf in Unterzahl bringt "WaKa" nur einen Punkt

Fußball : Großer Kampf in Unterzahl bringt Kanzem/Wawern nur einen Punkt

Kreisliga B Trier/Saar: Nach Siegen der Konkurrenz aus Krettnach sowie Olewig und der eigenen Nullnummer im Saar-Derby gegen den SV Ayl spitzt sich die Lage im Abstiegskampf für die SG Kanzem/Wawern immer mehr zu. Einiges deutet darauf hin, dass sich Trainer Carlo Müller mit dem Abstieg verabschiedet.

Sie grätschten, was das Zeug hielt, warfen sich immer wieder mit vollem Einsatz in die Bälle rein, zeigten auch Mut im Spiel nach vorne und feuerten sich ein ums andere Mal kräftig an („Auf geht‘s Waka!“). Nach gut 90 Minuten – davon mehr als die Hälfte in Unterzahl – und dem 0:0 im Derby gegen die noch mitabstiegsbedrohten Gäste vom SV Ayl hätten die Spieler der SG Kanzem/Wawern am Sonntagnachmittag eigentlich mit erhobenen Häuptern vom Platz gehen können. Doch die Ergebnisse der Konkurrenz raubten der Mannschaft von Carlo Müller, der die Spielgemeinschaft im Sommer nach fünf Jahren verlässt (TV berichtete, die Nachfolge ist weiter offen), eine positive Grundstimmung. Drei Runden vor Schluss ist Kanzem/Wawern nun alleiniges Schlusslicht und droht, die Liga nach drei Jahren wieder verlassen zu müssen.

Den nach der Winterpause bereits drei Mal siegreichen Gästen merkte man zu Beginn die breitere Brust an. Ums Haar wäre in der achten Minute das 0:1 gefallen: Nach feiner Flanke von der Grundlinie aus durch Marc Rommelfangen köpfte Martin Schu aber aus vier Metern über das SG-Tor. Mit Steilpässen versuchten die Hausherren, die Ayler Defensive zu knacken und hatte so durch Maximilian Poth (13.), Robin Mohr (17.) und Martin Kuborn (25.) vielversprechende Aktionen. 34 Minuten waren absolviert, da hämmerte Andreas Fischer den Ball nach einem indirekten Freistoß aufs Ayler Gehäuse, SV-Kapitän Florian Baack klärte aber auf der Torlinie.

Einen Bärendienst erwies Mohr seiner Elf kurz vor der Pause. Bei einem Gerangel schubste er Ayls Martin Schu, der „viel draus macht, aber sicher auch getroffen wurde“, wie SG-Trainer Müller korrekt anmerkte. Schiedsrichter Rüdiger Backes ahndete eine Tätlichkeit und zückte Rot gegen den Kanzem/Wawerner (42.). Beim anschließenden Freistoß von Baack machte sich Daniel Haas ganz lang und lenkte den Ball noch über die Latte – eine klasse Reaktion des an diesem Tag sehr starken SG-Keepers.

„Mit einem Mann mehr wurde es für uns noch schwieriger. Die haben eine Schippe draufgelegt, wir haben zurückgeschaltet, weil wir wohl dachten, es geht von selbst“, musste Ayls Coach Ralf Reger in seiner Analyse anerkennen. Hier und da gab es zwar Chancen für sein Team, wie etwa beim Kopfball von Daniel Franzen (56.) oder bei zwei Situationen von Marco Jäger (65., 80.), doch entweder war Haas auch hier auf dem Posten oder es fehlte an Konsequenz. Ansonsten verpassten es die Gäste, die zehn Kanzem/Wawerner ans Laufen zu bringen und mit dem Spiel über die Flügel die Überzahl zu nutzen. Die Müller-Elf fightete bei sommerlichen Temperaturen um jeden Zentimeter, hatte ihrerseits gute Abschlüsse durch Lucas Rhoden, der übers verwaiste Tor schoss (61.), Andreas Fischer (Ayls Torwart Jan Schneider war mit den Fäusten zur Stelle, 68.) und Christian Geltz, der nach einer Unsicherheit Schneiders den Ball drüber schoss (71.). In der 78. Minute musste Ayls erst in der Halbzeit eingewechselter Akteur Simon Leinenbach den Platz verletzungsbedingt schon wieder verlassen.

Nach dem Abpfiff sah sich Carlo Müller in seiner Überzeugung bestätigt, dass „wir mental voll da sind“. Wie so oft in den vergangenen Wochen habe aber auch diesmal das Spielglück gefehlt. Müller weiß: „Jetzt helfen uns nur noch Siege.“ Seinem Gegenüber Reger steht mit Ayl zwar zunächst das sehr schwere Duell mit dem Tabellenzweiten SV Trier-Irsch bevor, dann kommt es aber noch zu den Spielen gegen Saartal II und Olewig – zwei machbarere Aufgaben. „Wir haben es weiter selbst in der Hand“, sieht er seine Mannschaft im Abstiegskampf im psychologischen Vorteil.

Kanzem / Wawern – SV Ayl 0:0

Kanzem/Wawern: Daniel Haas - Stefan Fettes, Lucas Rhoden, Tobias Müller, Thomas Persch, Martin Kuborn, Nicolas Mertz (87. Felix Fischbach), Fabian Persch (56. Peter Mertes), Andreas Fischer (87. Mario Kloos), Maximilian Poth (59. Christian Geltz), Robin Mohr

Ayl: Jan Schneider, Joshua Hein (46. Simon Leinenbach, 78. Matthias Gläsner), Marc Rommelfangen, Christophe Kieffer, Maxim Bieringer, Daniel Franzen, Simon Fell, Timo Justinger, Florian Baack, Marco Jäger, Martin Schu (50. Yannick Drossert)

Schiedsrichter: Rüdiger Backes (Kell) - Zuschauer: 250

Rot: Robin Mohr (42./SG Kanzem/Tätlichkeit)