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Kommentar zum Frauenhaus in der Eifel: Jeder Landkreis braucht ein eigenes Frauenhaus

Kommentar zum Frauenhaus in der Eifel : Jeder Landkreis braucht ein eigenes Frauenhaus

Die Zahlen sind beschämend: 18 (!) Frauen finden im Trierer Frauenhaus eine Unterkunft. Für eine ganze Region. Es ist längst überfällig, dass sich hier etwas ändert. Dass sich dafür erst drei Landkreise zusammenschließen müssen, ist falsch.

Jeder Landkreis braucht ein Frauenhaus.

Auch der Bedarf lässt sich in Zahlen gut darstellen. Wie Marita Singh erklärt, haben alleine im vergangenen Jahr 27 Frauen aus der Region rund Bitburg, Prüm, Wittlich und Daun keinen Platz im Trierer Frauenhaus gefunden. Dazu kommt die Dunkelziffer, von der die Gleichstellungsbeauftragte spricht. Heißt: Wenn Frauen vorher schon Angst haben, nirgendwo Schutz zu finden, fällt es ihnen schwerer, das toxische Umfeld zu Hause zu verlassen.

Tun sie es dennoch und finden – glücklicherweise – einen Platz im Frauenhaus in Trier, kommt ein weiteres Problem dazu: Kommt die Frau Beispielsweise aus Daun, dann ist der Weg nach Trier weit. Dadurch verlängern sich Wege, beispielsweise zur Arbeit. Oder in die Schule, denn oftmals bringen Frauen ihre Kinder mit ins Frauenhaus. Auch diese werden aus ihrer vertrauten Heimat gerissen.

Sprich: Die Wege sind zu lang, die Kapazitäten zu gering. Selbst, wenn es ein gemeinsames Frauenhaus für die Landkreise Bitburg-Prüm, Bernkastel-Wittlich und Vulkaneifel gäbe. Dabei muss es beim Schutz der Frauen eines über allem stehen: Es muss diesen so leicht wie möglich gemacht werden, der Gewalt in den eigenen vier Wänden zu entfliehen. Erreicht werden könnte das durch ein Frauenhaus pro Landkreis. Verpflichtend. Das kostet Geld, klar. Aber wollen wir wirklich finanzielle Aspekte über die Sicherheit von Menschen stellen?

c.thome@volksfreund.de