Handball: Das Glück ist keine Mieze: Kein Punkt in Schwaben

Handball: Das Glück ist keine Mieze: Kein Punkt in Schwaben

Wie bitter für die Miezen: Eine Woche nach dem 25:26 gegen Sindelfingen hat die DJK/MJC Trier erneut durch ein Tor in der Schluss-Sekunde wichtige Punkte verpasst. In Göppingen hieß es am Sonntag 32:33.

(BP) Die Welt hat sich gegen die Miezen verschworen, zweimal innerhalb von acht Tagen standen sie ganz kurz vor dem dritten Saisonsieg und überlebenswichtigen Punkten gegen den Abstieg, zweimal gab es Tränen. Vor einer Woche gegen Sindelfingen hieß die Schicksalsfigur Marielle Bohm, gestern bei Frisch Auf Göppingen war es Anita Herr. Mit einem verwandelten Siebenmeter mit dem Schlusspfiff sicherte sie ihrem Club einen glücklichen 33:32 (18:16)-Erfolg. "Ich weiß nicht, was wir verbrochen haben, dass wir keine Punkte holen", sagte MJC-Vorstand Martin Rommel: "Die Mädels tun mir so leid. Sie haben eine ihrer besten Saisonleistungen gezeigt und wurden erneut nicht belohnt. Das ist so bitter, absolut bitter, unbeschreiblich."

Durch diese erneut absolut unglückliche Niederlage bleibt die MJC Vorletzter, mit vier Punkten Rückstand auf den rettenden drittletzten Platz bei noch sechs ausstehenden Spielen. "Wir müssen ein Heimspiel und die Partie in Rosengarten gewinnen", sagt Rommel: "Ich sehe immer noch unsere Chancen, denn wir sind mit der Konkurrenz auf Augenhöhe, aber nur für Lob können wir uns nichts kaufen."

Die Partie war absolut ausgeglichen, Trier spielte sehr diszipliniert in Abwehr und Angriff, ließ die Göppinger nicht zur Entfaltung kommen. Und die Miezen konnten sich auf ihre serbische Top-Torjägerin verlassen: Acht der 16 MJC-Tore vor dem Seitenwechsel gingen auf das Konto von Jelena Popovic, die insgesamt zwölf Mal traf. Aber auch sie konnte nicht verhindern, dass Frischauf sich innerhalb der letzten 90 Sekunden von 16:16 auf 18:16 absetzen konnte.

Doch in der zweiten Hälfte drehte MJC-Linksaußen Megane Vallet mächtig auf, erzielte alle ihre sieben Treffer nach dem Wechsel. Diese Tore gab Trier Auftrieb, selbst nachdem man 19:22 und 21:24 zurücklag. Wie schon gegen Sindelfingen zeigten die Miezen eine sensationelle Moral, glichen zunächst beim 25:25 (44.) erstmals wieder aus, um beim 27:26 die Führung zu übernehmen. Die Hitchcock-ähnliche Schlussphase begann. Herr und Nicole Dangel glichen die 33:31-Führung der Miezen aus, Happe nahm seine Auszeit. Und dann der Schock: Mit einer schweren Gesichtsverletzung fiel Willemijn Karsten aus. Drei Minuten vor dem Ende dann der nächste Knackpunkt, als Popovic einen Siebenmeter vergab, Dinkel brachte Göppingen im Gegenzug wieder nach vorne. 17 Sekunden vor dem Abpfiff jubelten dann die Miezen über den Ausgleich durch Tessa Cocx - doch zu früh gefreut, denn mit dem Schlusspfiff traf Herr per Siebenmeter zum glücklichen Sieg.

Trier: Cocx (3), Popovic (12/8), Adeberg (0), Schneider (1), Karsten (4), Vallet (7), Arnosova (3), Derbach (0), Groetzki (0), Solic (2)