8000 Kilometer mit dem Rad statt Kneipe für den Ironman-Triathlon

Triathlon : 8000 Kilometer mit dem Rad statt Kneipe

Matthias Welther aus Wittlich schafft es bei seinem zweiten Langdistanz-Triathlon im Triathlon-Mekka Roth direkt unter die besten 100. Markus Fandel von Tri Post Trier debütiert mit Zeit unter zehn Stunden. Peter Joecken absolviert 50. Ironman-Distanz.

Da hat 20 Jahre lang ein Ausdauertalent versteckt geschlummert! Bei seinem zweiten Wettkampf über die Ironmandistanz und seinem erst fünften Triathlon überhaupt hat sich Matthias Welther unter den besten 100 Männern (92. Platz) bei der deutschen Kultveranstaltung in Roth platziert. Mit 9:12:45 Stunden erzielte der 32-Jährige aus Wittlich eine Topzeit.

Dabei ist Welther wie so viele Ausdauersportler ein Spätberufener. „Nachdem ich über 20 Jahre in Wittlich Handball gespielt hatte, wollte ich einen Sport machen, bei dem ich ausschließlich für mich verantwortlich bin“, erzählt er. Welther kam zum Laufen, rannte Marathon. Vor knapp zwei Jahren kaufte er sich ein Rennrad. „Um ein bisschen die Heimat zu erkunden.“ Doch daraus wurde schnell mehr. Bereits im Frühjahr 2018 absolvierte er seinen ersten Sprint-Triathlon in Koblenz, im Juni die halbe Ironman-Distanz in Luxemburg und im Spätsommer sein erstes Rennen über die klassischen 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Rad fahren und den abschließenden Marathonlauf (42,195 Kilometer). „Als ich beim Ostseeman in Glücksburg die Zehn-Stunden-Marke knackte, war ich komplett infiziert und wollte mehr“, sagt Welther.

Mehr, das kann in Deutschland entweder das Ironman-Rennen in Frankfurt sein, das als Qualifikation für die Weltmeisterschaft auf Hawaii zählt, oder die traditions- und stimmungsreiche Veranstaltung im fränkischen Roth. Welther ergatterte einen Startplatz in Bayern - und startete in die neunmonatige Vorbereitung. 8000 Kilometer auf dem Rennrad spulte er unter anderem herunter, lief zwei Marathonrennen neben dem fast täglichen Lauftraining und änderte seinen Lebensstil. „Bis drei Uhr morgens in der Kneipe zu sitzen und am nächsten Morgen mit dem Rad nach Koblenz und zurück zu fahren passt da irgendwie nicht mehr rein“, sagt er schmunzelnd. Das wird auch so bleiben, denn mit dem Erfolg in Roth ist die Ironman-WM in Reichweite gekommen. Beim Qualifikationsrennen in Frankfurt hätte er das Ticket in der Altersklasse der 30- bis 34-Jährigen mit 9:12:45 Stunden buchen können.

Das Erlebnis Hawaii hatte Peter Joecken bereits. Der 65-Jährige von Tri Post Trier legte bei seinem 50. Langdistanz-Triathon und seinem 25. Start in Roth die Prioritäten anders und sammelte mit dem Verkauf von handbemalten Glückssteinchen mit Triathlonmotiven 5250 Euro für den Hospizverein der Region Roth. „Das waren drei anstrengende Tage am Verkaufsstand. Während des Rennens habe ich außerdem vier Interviews gegeben.“ Das habe ihm wohl einen Podiumsplatz in der Altersklasse M 65 gekostet, erzählt er (Gesamtplatzierung: 1636. in 11:44:08 Stunden).

Der Wittlicher Triathlet Matthias Welther kam bei seinem zweiten Start auf der Ironman-Triathlon-Distanz direkt unter die besten 100 bei der legendaren Challange Roth. Foto: TV/privat

Hochzufrieden waren auch Markus Fandel und Wolfgang Lellinger mit ihrem Roth-Debüt. Fandel knackte in 9:53:40 Stunden (347. Platz) auf Anhieb die Zehn-Stunden-Schallmauer. „Ich war auf alles vorbereitet, aber nicht auf einen so problemlosen Rennverlauf“, freute sich der 29-Jährige von Tri Post Trier. Zwar fast fünf Stunden später (14:34:05, 2590. Platz) jubelte TG-Konz-Triathlet Lellinger ebenso über seine gelungene Premiere. Fast schon Routine war dagegen der Roth-Start für Volker Pink aus Dampflos (1572. Platz in 11:38:53).

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