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Entscheidung für zwei Oberliga-Staffeln: „Es bleibt ein bitterer Beigeschmack“

Entscheidung für zwei Oberliga-Staffeln : „Es bleibt ein bitterer Beigeschmack“

In der nächsten Saison gibt es bei den Männern und Frauen ausnahmsweise jeweils zwei Oberliga-Staffeln. Bei der HSG Hunsrück und dem TuS Daun wird die Entscheidung unterschiedlich bewertet.

Die beiden Handball-Oberligisten aus der Region bekommen es in der nächsten Saison nur mit einer überschaubaren Zahl von Gegnern zu tun. Grund: Die Präsidenten der vier die Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar tragenden Landesverbände haben sich sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern auf eine Aufteilung in zwei Staffeln verständigt.  Aufgrund des wegen der Corona-Krise erfolgten Saisonabbruchs unter der Maßgabe, dass es Aufsteiger, aber keine Absteiger gibt, sind bei beiden Geschlechtern jeweils 17 Mannschaften in der kommenden Saison in der vierthöchsten Klasse spielberechtigt. Aus Sicht der Entscheider zu viel, um die Oberliga in einem eingleisigen Format fortzuführen – zumal wegen der Corona-Krise noch vieles unter Vorbehalt steht.

Heißt konkret: Die Frauen der HSG Hunsrück treten in einer acht Teams umfassenden Staffel an. Die Herren des TuS Daun sind als Aufsteiger Bestandteil einer neun Teams großen Staffel.

Die Oberliga-Macher haben die Grenzen nach geografischen Gesichtspunkten gezogen. Eine Staffel bilden Teams aus den Landesverbänden Rheinland und Rheinhessen, die andere Mannschaften aus den Verbänden Pfalz und Saar.

Am Ende der Staffel-Runden soll es bei den Männern und Frauen eine Aufstiegsrunde der beiden Tabellenersten um den Drittliga-Aufstieg geben. Bei den Herren steigen die Tabellenletzten der beiden Staffeln ab. Ein möglicher dritter Absteiger wird durch einen Vergleich der beiden Tabellenvorletzten ermittelt. Sollten vier Teams absteigen, trifft es beide Vorletzte. Bei den Frauen soll es in beiden Staffeln sicher jeweils zwei Absteiger geben.

Bernd Everding aus der sportlichen Leitung der HSG Hunsrück kommentiert die Entscheidung mit gemischten Gefühlen: „Wir haben hohen Respekt vor jenen, die den Modus der kommenden Saison zu entscheiden hatten. Wir akzeptieren ihn, auch wenn es uns schwerfällt, nur so wenige Spiele zu haben – vor allem nach dem Abbruch der vorherigen Saison.“

Everding hätte sich durch eine moderate Aufstockung der Oberliga-Staffeln dank eines Aufstiegsrechts auch der Tabellenzweiten in den darunter liegenden Klassen sowie den Einbau von Playoffs und Playdowns nach der (kurzen) Normalrunde ein paar mehr Partien gewünscht.

Ganz in diesem Sinne hatte die HSG einen Antrag an die Oberliga-Geschäftsstelle gerichtet, mit ihrem Herren-Team in die Oberliga aufsteigen zu dürfen. Die HSG liegt in der abgebrochenen Rheinlandliga-Saison als Zweiter einen Punkt hinter dem TuS Daun, gegen den sie noch ein Heimspiel in der Hinterhand gehabt hätte. „Die technische Kommission und die Präsidenten haben sich aus grundsätzlichen Erwägungen heraus dagegen entscheiden“, berichtet Everding, der anfügt: „Wir respektieren die Entscheidung, hätten uns aber ein bisschen mehr Fingerspitzengefühl gewünscht. Es bleibt ein bitterer Beigeschmack.“

Markus Willems, der scheidende Trainer beim TuS Daun, hätte sich ein zusätzliches Lokalderby gegen die HSG gewünscht, er möchte die Entscheidung der technischen Kommission aber nicht kritisieren.

Die Eifeler freuen sich, dass die Oberliga zumindest temporär auf zwei Staffeln erstreckt wird. „Für uns war das eine Voraussetzung, die Oberliga in Angriff zu nehmen. 32 Spieltage bei einer 17er-Liga wären für uns zu viel gewesen.“

Pausen, die bei einem nur 16 Partien umfassenden Spielplan entstehen, sollen durch Trainingsspiele kompensiert werden. „Und man weiß ja nicht, was durch Corona noch alles passiert. Bei kleineren Staffeln bleibt der Raum für eine vielleicht notwendige Flexibilität“, argumentiert Willems, für den auch in der Nach-Corona-Zeit eine zweigleisige Oberliga – dann vielleicht mit Playoffs – einen Charme hat.

Starten soll die neue Oberliga-Saison am 3./4. Oktober. Vor diesem Hintergrund sollen die Damen der HSG Hunsrück am 4. Juni in die Vorbereitung einsteigen. Everding: „Wir hoffen diesbezüglich auf mehr Klärung, unter welchen Bedingungen wir in der Halle den Trainingsbetrieb aufnehmen dürfen.“ Der Kader nimmt unterdessen Gestalt an. Den Abgängen Lizzy Sülzle (Mainz 05), Meike Frank (HSG Wittlich), Karin Reuter und Dunja Jost steht ein Neuzugangs-Quartett gegenüber: Lisa Rolinger kommt von der HSG Wittlich, Maike Regitz vom Rheinhessenligisten TuS Kirn. Lia Römer stößt vom 1. FC Köln zu den Hunsrückerinnen, die aus Kastellaun stammende Franzi Reuter war zuletzt bei den Sportfreunden Budenheim aktiv. Everding ist überzeugt: „Wir werden einen sehr ambitionierten Kader zusammenstellen.“

Der TuS Daun hofft, spätestens Ende Juni ins Hallentraining einsteigen zu können. Und was passiert bis dahin? Willems: „Wir überlegen, Trainingseinheiten draußen zu organisieren.“