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Windkraft
Windkraftanlagen gehören nicht auf die Schneifel

Windkraft

Zum Artikel „Die Diskussion geht weiter“, TV, 22.September, meint diese Leserin:

Die Unversehrtheit eines der letzten größeren zusammenhängenden Waldgebiete der Eifel  - der Schneifel - steht auf dem Spiel. Hier ist ein Fauna-Flora-Habitat-Gebiet  sowie viele unter Naturschutz stehende Arten  zu Hause. Eine irrige Idee einiger Politiker, gepaart mit der Hoffnung einiger weniger Bürger auf geldbringende Investitionen in Windkraft auf windhöffiger Höhe könnten zur Zerstörung dieses einzigartigen Natur- und Landschaftsjuwels führen und vielen anderen Bürgern nur schaden (Zum Beispiel: Mögliche Gesundheitsschäden durch Infraschall und Schlagschatten, Verlust des Wertes ihrer Häuser und Grundstücke). Irrige Idee, dass die Errichtung von Windkraftanlagen auf der Schneifel, die aus diesem Standort nach der Rodung zahlloser Bäume sowie Verdichtung und Betonierung der Erde ein Industriegebiet machen, den Klimawandel stoppen könnten. Unfasslich auch die Tatsache, dass man die Mindestabstände von möglichen Windkraftanlagen zu den Horsten der Rot-Milane und Schwarzstörche zugunsten der Interessen der Windkraftbetreiber extrem reduziert hat. Dies ist auch nicht zuletzt rechtlich anfechtbar.

Man konnte noch nie und kann auch heute nicht mit dem Teufel den Belzebub austreiben!

Das kränkelnde Klima durch den hohen Einsatz der Zerstörung einer einzigartigen Naturlandschaft quasi als Kollateralschaden des Windanlagenbaus heilen zu wollen, ist bloßer Hohn.

Es gibt keine gesetzliche Verpflichtung, sondern lediglich eine Empfehlung, zwei Prozent der Fläche der Verbandsgemeinden für Windkraft bereitzustellen. Daher darf es auf keinen Fall dazu kommen, dass dafür ein deklariertes Fauna-Flora-Habitat-Gebiet wie die Schneifel dazu ausgewählt wird. Zumal hier eine hohe Flächendichte von Gebieten ist, die direkt durch das Naturschutzgesetz geschützt sind.

Es geht um sehr viel! Gutachten über die Schneifel kamen zu dem Schluss, dass sich schädliche Auswirkungen durch den Bau und Betrieb der Windkraftanlagen wie Einleitung giftiger Stoffe in das Grund- und Quellwasser nicht ausschließen lassen. Reines Wasser aber ist für uns Menschen und alle anderen Lebewesen eine langfristig äußerst bedeutsame Ressource. Viele Länder sind inzwischen von Wasserknappheit bedroht. Der Mensch kann, wenn es sein muss, zwar ohne Strom, jedoch nicht ohne Wasser leben.

Die Ratsmitglieder sollten es sich am Dienstag nicht leicht machen, wenn sie ihre Stimme abgeben. Sie tragen Verantwortung auch für das FFH-Gebiet Schneifel, für die in der Umgebung wohnenden Menschen und auch für die Folgen des Windkraftanlagenbaus.

Noch kann durch kluge Entscheidung der Ratsmitglieder die Schneifel geschützt werden, denn keine Gemeinde kann gezwungen werden, Fauna-Flora-Habitat-Gebiet in ein Industriegebiet umzuwandeln! Stattdessen sollte die Schneifel mit ihrem Sonderstatus komplett aus dem Flächennutzungsplan herausgenommen werden.

Dr. Barbara Groos, Auw bei Prüm