1. Meinung

Man sieht sich

Kolumne Pitter : Man sieht sich

Maju, ich werd alt! Ich weiß, bahnbrechend neue Erkenntnis, aber was musste ich in jüngster Vergangenheit aber auch nicht alles wegstecken an Veränderungen. Neuer  Hausarzt, neuer Zahnarzt, neue Ehefrau ...

Nein, Walburga, ich hab mich wirklich nur vertan! Wie, freudsche Fehlleistung? Mist, vergeigt, stille Messe, weiter geht’s daheim gemäß unserer Corona-Verordnung: Ganzkörper-Maske, zehn Meter Abstand ...

Und schon muss ich mich auf die nächste Veränderung einstellen: Ich muss mich demnächst von meinen alten Freund Werner Klöckner verabschieden. Sang- und klanglos kann ich doch seinen bevorstehenden Gang in den Ruhestand nicht so einfach hinnehmen, denn er gehörte über so viele, viele Jahre zum Inventar dieser berühmt-berüchtigten Rubrik.

Tausendsassa, Außenminister der Vulkaneifel, Hans(-Werner)dampf auf allen (Stadt- und Dorf-)WEGEn, Tempomacher (mit PS-starken Dienstboliden)...

Bestimmt hab ich was vergessen. Bei der Gelegenheit erinnere ich noch mal an mein fortgeschrittenes Alter: Bisschen Schwund ist immer – nur leider nicht beim Körperumfang. Aber das ist ein anderes Thema, gell, Walburga?

Foto: TV/Werhan, Michael

Ach so, es gilt noch das Füllhorn an Fremdwörtern des scheidenden Bürgermeisters zu würdigen. „Resilienz“: Ich dachte, das wär was Ansteckendes, dabei bedeutet es Widerstandskraft – die kann man brauchen in diesen Zeiten. Oder wenn er „Salutogenese“ sagte, war ich einfach hin und weg. Ich werd ihn vermissen. Werner, mach et jot, hahl dech munter – man sieht sich!