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Geschlechtertrennung ist zurück ist in der Leichtathletik zurück

Saarbrücken : Geschlechtertrennung ist zurück

Giulio Ehses rennt in Saarbrücken 5000 Meter in 14:24,74 Minuten. Chiara Bermes hätte gerne ihre persönliche Bestzeit angegriffen, war aber wegen einer neuen Regelung auf sich allein gestellt.

Es war jahrelang das Normalste der Welt: Frauen und Männer starteten bei Langstreckenrennen im Stadion gemeinsam. Das war gut für die Veranstalter. So kamen homogener zusammengesetzte Läufe zustande. Es wurde Zeit gespart, das Programm kompakter. Gut war es aber gerade für leistungsstarke Sportlerinnen. Denn natürlich konnten sie sich bisher schon mal von dem ein oder anderen Mann ziehen lassen. Nun ist die Geschlechtertrennung zurück. In gemischten Rennen erzielte Leistungen werden in Zukunft nicht mehr anerkannt, bestätigte DLV-Bundestrainer und Teamleiter Lauf Adi Zaar. Hintergrund ist die Regel 147 der internationalen Leichtathletik-Wettkampfordnung, die gemischte Rennen nur in Ausnahmefällen zulässt. „Bisher ist großzügig darüber hinweg gesehen worden“, sagt Zaar, der sich noch dafür eingesetzt hat, dass alle bisher erzielten Resultate, beispielsweise vom SWT-Läufermeeting am 10. Juli, ihre Anerkennung behalten. Nun macht aber offensichtlich der Weltverband World Athletics dem Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) Druck, die Regel 147 restriktiver auszulegen.

Die Ersten, die es betraf waren die Teilnehmer der zweiten Veranstaltung des Saarbrücker Läufercups am Donnerstagabend. Chiara Bermes hatte sich auf ein sonst in Saarbrücken gewohntes gut besetzten 5000-Meter-Rennen gefreut. „Um mal nicht allein kämpfen zu müssen“, wie die 27-Jährige vom Lauftreff Schweich sagt. Daraus wurde aber nichts. Im reinen Frauenrennen erzielte die DM-Elfte gute 16:40,85 Minuten, war aber allein auf weiter Flur. Die Zweitplatzierte, die Luxemburgerin Saskia Daguenet (17:41,62), hatte bereits mehr als Minute Rückstand.

„Hätte ich das frühzeitig gewusst, hätte ich mich vielleicht anders entschieden“, sagt Bermes. Vielleicht wäre die ehemalige Mittelstrecklerin noch einmal 1000 Meter gelaufen. Denn auf der kurzen Strecke fiel die Geschlechtertrennung naturgemäß nicht so ins Gewicht. Als Viertplatzierte, rund 3,5 Sekunden hinter Gewinnerin Emilie Jacquot-Claude aus Frankreich (2:52,48 Minuten) blieb die für Saarbrücken startende Konzerin Christina Laubenstein in 2:56,00 Minuten deutlich unter drei Minuten. Die 14-jährige Anna Michels von der LG Vulkaneifel sicherte sich als momentan Jüngste mit 3:07,36 Minuten einen Platz in der ewigen Bezirksbestenliste.

Vom Ärger über getrennte Läufe blieb Giulio Ehses natürlich verschont. Der 21-Jährige vom Post-Sportverein Trier (PST) steigerte sich hinter Sieger Jan Lukas Becker (14:20,35 Minuten) über 5000 Meter um 15 Sekunden auf 14:24,74 Minuten. „ Aber da geht noch mehr. Ich werde mich jetzt nicht darauf ausruhen“, versprach der U-23-DM-Fünfte. Nachdem Ehses' Vereinskamerad Damian Gindorf bereits seine 800-Meter-Bestzeit auf 1:56,88 Minuten gesteigert hatte, legte der 27-Jährige als 1000-Meter-Vierter weiter nach. In einem Fotofinish musste er in 2:32,49 Minuten nur um zwei Hundertstelsekunden dem für Kaiserslautern startenden Konzer Lucas Meyer (2:32,47) den dritten Platz überlassen.

Ergebnisse:

Frauen, 100 m: 3. Maren Schumacher (PST Trier/U 20) 12,67 Sekunden. 400 m: 3. Leonie Elmer (TG Konz/U 20) 59,35 Sekunden. 1000 m: 4. Christina Laubenstein (Konz/LSG Saarbrücken-Sulzbachtal) 2:56,00 Minuten, 9. Anna Meyer (Konz/1. FC Kaiserslautern) 3:03,38, 11. Anna Michels (LG Vulkaneifel/W 14) 3:07,36. 5000 m: 1. Chiara Bermes (LT Schweich) 16:40,85 Minuten, 7. Lea Sanwald (Freudenburg/LV Merzig) 19:30,17.

Männer, 1000 m: 3. Lucas Meyer (Konz/1. FC Kaiserslautern) 2:32,48 Minuten, 4. Damian Gindorf 2:32,49, 13. Benjamin Störgen 2:40,70 (beide PST Trier). 5000 m: 1. Lukas Becker (Saarbrücken) 14:20,35 Minuten, 2. Giulio Ehses (PST Trier) 14:24,74, 27. Robin Marbut (PST Trier) 17:36,29

Junioren U 18, 100 m: 4. Albrecht Hamisch (TG Konz) 11,81 Sekunden.

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